Essen als Medizin, Teil 3: Gewohnheiten

Die Errichtung neuer Gewohnheiten ist überhaupt nichts schlechtes. Sie hatte uns Millionen Jahre lang in die Lage versetzt, uns weiter zu entwickeln und eine von wenigen Spezies zu sein, die auch durch sehr schwierige Zeiten durchgekommen waren. Unsere Vorfahren gewöhnten sich an unterschiedlichste klimatische Bedingungen, unterschiedliche Nahrungsangebote und auch für die stete Entwicklung des eigenen Könnens und der eigenen Denk-und Handlungsmöglichkeiten fanden wir immer eine angepasste Lebensweise. Sicher war nicht alles davon ideal, aber letztlich hat unsere Spezies das überlebt. Aber wie sieht es damit heute aus?

Von der Urzeit in die Gegenwart

Die bislang hilfreichen Überlebenssysteme in unserem Körper scheinen uns in unserer gegenwärtigen, hochentwickelten Welt plötzlich im Weg zu stehen. Tausende von Jahren war es sinnvoll, mehr von der Nahrung zu wollen die energiereicher war als alles andere. Es entstand einfach ein Bedürfnis danach, diese Art von Energiezufuhr fortzusetzen. Wir bekamen Appetit darauf und sorgten dann dafür, dass wir uns mehr zum Beispiel von dem energiereichen Mammutfleisch besorgten.

Auch heute haben wir noch Appetit auf die Dinge, die sehr viel Energie enthalten, dies aber in einer Zeit, in der wir diese Menge an Energie überhaupt nicht mehr benötigen. Dennoch bleibt der Appetit und wir schieben uns immer öfter und immer mehr von diesen Leckereien in den Mund. Das Hirn dankt es uns mit einem Dopamin Ausstoß, unser Körper aber reagiert mit Insulinresistenz, Gewichtszunahme, Arteriosklerose, diversen Allergien und irgendwann auch mit Krebs, Demenz oder Alzheimer.

Verborgene Gefahr

Am meisten sind die Menschen gefährdet, die zwar diese Art von moderner Ernährung leben, dabei aber noch einigermaßen in Form geblieben sind. Da ist der kleine Bauch, der ja noch hinnehmbar ist, der einen aber noch nicht zur Diät zwingt. Der vielleicht ja auch noch durch Bewegung etwas klein gehalten wird, aber dennoch bleibt.

Viele Menschen sind von außen betrachtet scheinbar noch gesund, aber durch ihre ungesunde Lebensweise brüten sie bereits eine der großen Krankheiten unserer Zeit in sich aus. Bluthochdruck, Gefäßverengungen, die irgendwann in einem Hirnschlag oder Herzschlag oder einem anderen Schlag enden, Verdauungsprobleme, Allergien und andere Empfindlichkeiten, unbemerkte Vergiftungen oder anderes. Lange Zeit läuft alles scheinbar normal und irgendwann taucht dann erst ein Aspekt auf, dann ein anderer. Man hat nicht mehr so viel Energie, schläft schlecht, die Konzentration ist nicht mehr genug da oder unserer Körper spielt nicht mehr mit, die Gelenke laufen nicht mehr so leicht.

Viele Erkrankungen unserer Gesellschaft haben einen unendlich langen Vorlauf. Einen Vorlauf, in dem die Person ungesund lebt. Und Ernährung ist nur ein Aspekt der die Gesundheit beeinflusst. Andere sind Stress bzw. Erholung und Schlaf. Psychische Gesundheit, innere Ruhe, inneren Frieden und Gelassenheit, wer kriegt das noch hin, angesichts der unentwegten Stürme in der Berufswelt und auch in der Partnerschaft. Vieles stürmt auf jeden unentwegt ein, will beachtet werden, muss vermeintlich erledigt werden, zeigt sich als dringend und notwendig und auch hier passen wir uns viel zu schnell an äußerst ungesunde Lebensbedingungen an.

Fehlkonstruktion oder unbeachtete Großartigkeit

Menschen sind offensichtlich gar nicht dafür ausgerichtet, einen so schnellen Wandel der Lebensbedingungen zu verkraften und angemessene Modifikationen für sich selbst darin zu finden oder sie wissen einfach zu wenig über sich selbst. Vielleicht sollte man diese Anpassungsfähigkeit, diese Möglichkeit in, noch wenige Jahre vorher undenkbare, Lebenssituationen hinein zu finden, als etwas wirklich großartiges sehen – und entsprechend beachten!

Die gegenwärtige Entwicklung der körperlichen und seelischen Erkrankungen in der Gesellschaft zeigt, dass wir uns selbst in unseren Grenzen und Möglichkeiten nicht beachten. Vor allem unsere Grenzen …

Als Gruppe, als Spezies waren wir offensichtlich lange Zeit zu blind und unfähig, rechtzeitig und tiefgehend einzugreifen. Deswegen konnten die, die an diesem Debakel verdienen, auch so mächtig werden.

Aber dank Google u. a.  leben wir in einer Zeit, in der jeder Zugang zum Wissen dieser Zeit hat. Ich appelliere also an jeden Einzelnen: Nimm Deine gesundheitliche Zukunft in den Fokus. Verändere Deine Lebensweise heute, höre auf, Zucker zu essen, verbanne Weißmehl von Deinem Tisch – so oft wie möglich. Unterbreche die Nahrungsmittelzufuhr immer wieder auch mal für längere Zeit (intermittierendes Fasten). Halte Dich in Bewegung – weil wir Menschen immer in Bewegung waren – und achte auch auf das, was sich in Deinem Kopf abspielt. Vertraue keinen schlechten Gedanken und keinen schlechten Gefühlen, denn vermutlich erlebst du diese ebenfalls nur aus Gewohnheit. Entdecke das Gute und Großartige in Deinem Leben und in Deinem Miteinander mit anderen Menschen.

Hier bin ich wieder bei meinen Büchern: Darin erkläre ich viel über die Grenzen und Möglichkeiten der Selbststeuerung. Schauen Sie doch einfach mal rein, in das eine oder andere Buch. Auf Amazon oder bei BoD kann man vorab reinschauen. Erfahren Sie, was Sie gegen Ihre schlechten Lebensweisen tun können. Lernen Sie Ihren „Schlüssel zur Psyche“ kennen oder finden Sie in dem Buch „Mir geht es wieder gut“ einen Weg aus Stress und belastenden Momenten auszusteigen. Oft ist es auch die angespannte Situation im Paar- Miteinander, die besonders viel Energie kostet. Schauen Sie mal rein in „Ein Paar sein und bleiben“. Alle Infos zu meinen Büchern finden Sie hier.

Diese kleine Reihe über das Essen als Medizin geht noch weiter – weil ich noch weiter suche für mich selbst und für meine Patienten.

Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank Pixabay.com. Vielen Dank dafür. https://pixabay.com/de/zypern-eidechse-kurkutas-reptil-1568072/

2 Gedanken zu „Essen als Medizin, Teil 3: Gewohnheiten“

  1. Hallo zusammen, hier noch ein Nachtrag zum Thema Ernährungsgewohnheiten. Momentan lese ich das Buch von Bas Kast – „Der Ernährungskompass“. Zwar habe ich es noch nicht komplett durchgearbeitet, aber was der Autor bisher zum Besten gibt, bestätigt meine Gedanken, die ich des Öfteren mal hatte, wenn ich in einem Discounter einkaufen war. Obwohl die Nährstoffzusammensetzung vieler Produkte auf der Packung steht, so muss man feststellen, dass das Verhältnis der Nährstoffe zueinander nicht stimmt. Sie sind entweder zu zuckerhaltig bzw. kohlenhydratreich oder voll mit tierischem Eiweiß. Wir essen also oft nur einen kleinen Anteil von dem, was wir ursprünglich dachten zu essen. Das beste Beispiel dafür ist zu Wurst verarbeitetes Fleisch. Es lohnt sich daher, auf naturbelassene Produkte zurückzugreifen und diese dann auch selbst zuzubereiten.
    Bas Kast erklärt außerdem in seinem informativen Buch sehr genau, warum der Körper immer mehr Zucker möchte und wie der Zucker im Körper verarbeitet wird. Auch wenn, wie er selbst schreibt, einige seiner Hypothesen noch nicht wissenschaftlich belegt sind, so finde ich sie doch sehr logisch. Und es leuchtet ein, warum der Körper mehr von dem leckeren Kuchen möchte.
    Das erfreuliche ist, dass sich unser Organismus auch ziemlich schnell wieder umstellen kann. Das heißt, wir müssen ihm also nur die für uns richtigen und somit gesunden Lebensmittel zuführen.
    Warum die Lebensmittelindustrie nun Produkte so verarbeitet, dass nicht die Stoffe enthalten sind, die wir vermuten, hängt mit mehreren Faktoren zusammen: Kosten, Haltbarkeit, Geschmack usw. Aber einer der Hauptgründe ist, dass sich hier die Mechanismen unseres Körpers zu Nutze gemacht werden. Dessen sollten wir uns bewusst sein, denn letztendlich sind wir nur selbst für unsere Gesundheit verantwortlich.
    Nicht umsonst sagt Prof. Dr. Christian Keysers, der Autor von „Unser empathisches Gehirn“, über den „Ernärhungskompass“: „Dieses Buch wird Leben retten!“ Ich persönlich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen! Und lasst euch die Schokolade trotzdem mal schmecken, wenn euch danach ist  – muss ja nicht zur Gewohnheit werden!

  2. Interessantes Thema – Danke für den Beitrag.
    Vor einigen Wochen stand ein Artikel über die Zuckerindustrie im SPIEGEL. Es ist sehr schockierend, wenn einem bewusst wird, was die Industrie mit den Menschen macht.
    Wer kennt das nicht, unbedingt ein Stück Kuchen oder Schokolade essen zu wollen? Mir persönlich fällt es schwer, auf solche Genussmittel zu verzichten, wenn ich erstmal wieder damit begonnen habe. Und dieses Wissen wird von den Verantwortlichen der Zucker- und verarbeitenden Industrie ausgenutzt. Es ist frustierend, dass in der Politik so wenig dafür getan wird, z. B. durch erhöhte Zuckersteuer (Meiner Meinung nach gilt das auch für Alkohol und Co. und andere Stoffe, die dem Körper nicht gut tun).
    Trotzdem kann jeder etwas dagegen unternehmen z. B. durch Boykott bestimmter Nahrungs- und Genussmittel bis hin zur E-mail an den Wahlkreisabgeordneten oder aktives politisches Engagement in Parteien.

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