Im Urlaub sind wir ein Traumpaar – zu Hause eine Katastrophe

Die Urlaubszeit ist vorbei … oh weh!

Ein paar Worte zu meinem Buch: „Paare in der Krise, Navigationshilfe für schwieriges Gelände“

Sind Sie auch so ein Paar, das im Urlaub gut miteinander klar kommt, viel besser als zu Hause? Und bringen Sie mit der Heimkehr auch die Hoffnung mit, dass es jetzt zuhause besser wird? Aber dann ist schon nach wenigen Stunden alles wieder wie vorher! Die ungeliebte, angespannte Atmosphäre ist wieder da, Missverständnisse, Anmache, schlechte Laune, Streitereien etc. reihen sich wie Perlen auf eine Kette … oh weh.

Wieso klappt es im Urlaub miteinander und nicht zuhause? Wieso kann ein Paar  so verschieden ticken?

Ich kann Ihnen Antworten auf die Frage geben. Antworten, die Ihnen dabei helfen, das Geschehen in Ihrer Beziehung nicht nur besser zu verstehen, sondern auch wirksam eingreifen zu können. Das Ziel: Zuhause so miteinander leben können, wie im Urlaub.

Fangen wir an:

In den meisten Paartherapien klagen beide Partner darüber,
dass sie sich von dem anderen nicht genügend wahrgenommen
fühlen: »Er sieht mich nicht«, »Sie hört mich nicht«. Meist wird
diese fehlende Zuwendung als Beweis dafür gewertet, dem anderen
nicht wirklich wichtig zu sein. »Er nimmt mich nicht ernst«,
»Sie akzeptiert meine Einwände nicht«, »Er zieht immer nur seins
durch, egal was ich sage« …

Wenn man ein bisschen nachfragt, zeigt sich sehr schnell, dass alle Partner das, was sie am Gegenüber bemängeln, auch schon aus ihrer Kindheit kennen. Die Suche nach Beachtung, Wertschätzung, ernst genommen werden etc. ist also ein Beziehungsimport – mitgebracht aus längst vergangenen Tagen.

Krisen entstehen immer genau dann, wenn diese mitgebrachten Themen (meist unbemerkt – auch von der Person selber) in das Geschehen eingeflochten wurden. Eigentlich banale Probleme werden so zu Sprengstoff-Themen. So verhandelt man scheinbar über den ungeleerten Mülleimer, den offenen Toilettendeckel, den ungetätigten Einkauf oder ähnliche Kleinigkeiten, aber tatsächlich debattiert man – ohne es zu wissen – Fragen von grundsätzlicher Wichtigkeit. Zum Beispiel so etwas wie: „Bin ich wichtig“, „bin ich liebenswert“, „kann ich dir vertrauen“, „vertraust du mir“ etc. Eine falsche Antwort wird dann leicht als Infragestellung der Person und daher als Kriegserklärung   verstanden. Weil es um so grundlegende Fragen geht, gehen auch die Emotionen oft so hoch.

Mancher argumentiert jetzt vielleicht: „Häh? Kindheit? So ein Quatsch! Die ist Ewigkeiten vorbei und außerdem hatte ich eine großartige Kindheit. Das einzige Problem besteht doch nur darin, dass mein Partner (meine Partnerin) so… “

Ja, reden Sie/denken Sie nur weiter, aber hören Sie sich bitte dabei auch selber zu. Denn genau in dem, was Sie jetzt sagen/denken, drücken sich Gedanken und Empfindungen aus, die Sie aus ihrer Kindheit mit herüber genommen haben. Denn alle Menschen sind das Produkt ihrer Kindheit, ganz egal wie gut oder schlecht diese gelaufen ist. Und wenn Sie wissen wollen, was sich da aus Ihrer Kindheit in Ihrem Leben niederschlägt, brauchen Sie sich nur zuzuhören, insbesondere, wenn Sie über die problematischen Situationen mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin schimpfen.

Zum Beispiel kommt da so etwas von ihr: „Er denkt immer nur an sich selbst, es ist ihm zu viel, mir mal einen Gefallen zu tun … ich bin ihm wohl nicht wichtig genug.“ Das Kindheitsthema da hinter: Sie musste vermutlich auf vieles verzichten und hat daraus geschlossen, nicht wichtig zu sein. Oder er beschwert sich: “Noch eine Aufgabe und noch eine und noch eine, nie kommen wir mal zur Ruhe.“ Und wenn ich ihn frage: „was denken Sie dabei über sich selbst?“, kommt als Antwort: „Na ja, ich bin hier nur zur Dekoration da. Es geht offenbar nicht um mich.“ Das Kindheitsthema ist  hier ähnlich. Hier hat auch einer gelernt, immer wieder auszuhalten und mitzuspielen, auch wenn es nicht um ihn ging. Beide bringen aus ihrer Kindheit also ein Thema mit. Beide haben damals nicht genug Spielraum, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Wichtigkeit oder ähnliches bekommen und wollen nichts sehnlicher als in Ihrem Zuhause etwas davon zu bekommen. Wer soll es ihnen geben? Der Partner bzw. die Partnerin. Und wer hat dazu gerade am wenigsten Lust? Der Partner bzw. die Partnerin.

Interessant ist, das die Partnerschaft (unbewusst) zum Nachfolger der Kinderstube geworden ist. Das, was man damals nicht bekommen hat, soll jetzt der Partner richten. Diese unselige Verquickung von Kindheit und Partnerschaft erreicht vor allem Eines: Sie erzeugt Krisen! Und wenn man genau hinschaut, kann man die schwierigen Themen der Kindheit beider Beteiligter  in allen Krisen in einer Partnerschaft entdecken.

Was ist also zu tun?

In meinem Buch vermittele ich etliche Möglichkeiten mit Krisen anders umzugehen. Hier eine Auswahl:

1. Die Krise nicht ausfechten, sondern Streitereien und ähnliches sofort abbrechen und für einen Moment auseinandergehen.

In einer Krise werden von der eigenen unbewussten Psyche Verhaltensmuster (bestimmte Weise zu denken, zu fühlen, und zu handeln) aufgerufen und abgespult, die bereits in der Kindheit entwickelt wurden. Damals herrschten andere Bedingungen und Möglichkeiten. Das bedeutet oft, dass diese (alten) Verhaltensmuster unpassend sind und in der Regel zu keiner Lösung führen. Also sollten diese Muster unterbrochen werden. Das bedeutet ganz konkret: Vertiefen Sie die Krise nicht durch weitere Worte oder Taten aus der schlechten Stimmung heraus. Abbrechen, unterbrechen, auseinander gehen, heißt die Aufgabe. Jeder muss für sich allein (oder mit unbeteiligten Dritten) dafür sorgen, aus dieser Stimmung herauszukommen. Erst danach trifft man sich wieder und verhandelt miteinander. Sollte man sich wieder in Streitereien verhaken, geht man erneut auseinander.

2. Die Krisen aus einem anderen Blickwinkel betrachten

Wenn man erst einmal verstanden hat, dass die Gegenwartsprobleme durch die, aus der Vergangenheit, mitgebrachten Themen verursacht werden, dann hört man mehr auf die grundsätzlichen Botschaften. Dann redet man nicht mehr über den Mülleimer oder ähnliches, sondern über Wertschätzung, ernst nehmen, Liebe, Anerkennung etc.

3. Verstehen, dass für die Befriedigung der Erwartungen und Wünsche, die beide Partner aus ihrer Kindheit mitbringen, nicht der Partner zuständig ist.

Unbewusst delegieren beide diese Aufgabe an ihr Gegenüber. Tatsächlich muss jeder aber zunächst selber lernen, das Fehlende in das eigene Leben zu bringen. Wie das geht? Das kommt auf das Thema an. Wenn man als Kind darunter litt, nicht genug ernst genommen zu werden, müssen solche Erfahrungen in das eigene Leben gebracht werden. Schauen Sie sich in Ihrem Leben um: Wer nimmt Sie ernst, wann und wo ist das schon mal geschehen. Erinnern Sie sich daran und knüpfen an Ihre dabei erlebten Gefühle an. Das ist zwar nur eine Erinnerung und dennoch genau der Stoff, der Ihrer Psyche weiterhilft.

Zu kompakt?

In meinem Buch „Paare in der Krise, Navigationshilfe für schwieriges Gelände“ steht dies und viel mehr auf als 200 Seiten. Das Buch war ursprünglich unter dem Titel: «Streitpaare» veröffentlich worden. Unter dieser Überschrift wurde es allerdings kaum von denen gefunden, für die es in erster Linie geschrieben ist: Ganz normale Paare mit ganz normalen Krisen.

Wer sich das Thema ausführlich erlesen möchte, kann sich das Buch bei seinem Lieblingsbuchhändler bestellen und dann in aller Ruhe herausfinden, wie man die eigene Beziehung befrieden kann. Im Buch ist alles zu finden, was man für einen friedlichen, harmonischen und gemeinsamen Alltag braucht.

https://www.amazon.de/gp/product/3741293687

Ein paar zusätzliche Informationen finden Sie auch hier:

http://www.psychotherapie-birkenwerder.de/fachinfo/paare-in-krisen-z.htm

oder stöbern Sie mal hier, einiges kann auch kostenfrei heruntergeladen werden.

www.reinhardt-kraetzig.de

 

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