Wie soll es nur heißen?

Ja, ich gestehe, ich schreibe schon wieder an einem Buch. Es ist auch schon vieles fertig, nur das Wichtigste fehlt: der Titel.

Inhaltlich geht es darum, das großartige Psycho-Instrument, das ich im Buch „Abnehmen- mit dem Schlüssel zur Psyche“ für Übergewichtige bereitgestellt hatte, – also den Schlüssel zur Psyche – auch für andere Problemstellungen verfügbar zu machen.

Im Vorwort des Buches steht etwa folgendes:
In 30 Jahren psychotherapeutischer Arbeit habe ich die Einsicht gewonnen, dass hinter vielen psychischen Belastungen ein Mangel steht. Etwas sehr Zentrales fehlt im Leben der Betroffenen. Erschließt man das Fehlende und bringt es ins Erleben, geschieht Beeindruckendes: Sofort entsteht ein gutes Gefühl. Die Person entspannt, erlebt innere Ruhe und Frieden ­– und findet danach deutlich leichter konstruktive Lösungen für ihre Probleme, ganz gleich um was diese sich drehen. 
Genau das leistet Ihr individueller Schlüssel zur Psyche, den Sie sich mit Hilfe des Buches »feilen« können. Ihre Psyche bekommt das, wonach sie schon lange hungert. Dies versetzt Sie in die Lage, lang verschlossene Türen zu öffnen und neue Wege zu gehen. Diese neue Freiheit berührt alle Aspekte Ihres Lebens. Mit dem Schlüssel zur Psyche können alte Lasten endlich abgeschlossen werden. Die Schatten Ihrer Vergangenheit hören endlich auf, Ihre Gegenwart zu verdunkeln.

Aber was nun? Wie soll ich dieses Buch betiteln?

  • 1. Da es im Inhalt es vor allem darum geht, möglichst vielen Menschen einen Zugang zu ihrem eigenen Schlüssel zur Psyche zu vermitteln, liegt es auf der Hand, es genauso zu nennen und als Überschrift: „Schlüssel zur Psyche“ zu schreiben. Ein Problem dabei: die Bezeichnung stammt aus meiner eigenen Feder, niemand kennt diesen Begriff – außer meinen Kollegin, Klienten, Patienten und Lesern des Abnehmen-Buches. Andere können vermutlich nur wenig etwas damit anfangen.
  • 2. Also schaue ich auf das, was man damit anstellen kann. Zum Beispiel aus einem negativen Gefühl aussteigen um sich von einem Moment auf den anderen in eine entspannte gelassene Befindlichkeit zu begeben, damit sofort eine andere Wirklichkeit zu erleben und gegebene Probleme leichter anzugehen oder sie sogar überhaupt nicht mehr als Probleme zu erleben. Möglicher Titel: „Aus schlechten Gefühlen aussteigen“, „Endlich entspannt“. Vielleicht okay, aber mein letztes Buch, welches ich gerade abgeschlossen habe, hatte bereits so einen Titel (Mir geht es wieder gut, Schluss mit schlechten Gefühlen). Das vorliegende Buch ist auch viel mehr, als nur eine einfache Technik zum Abschalten schlechter Gefühle. Dies geschieht zwar auch, ist aber eher ein angenehmer Nebeneffekt. Die Reduktion auf eine einfache Psychotechnik wird dem Schlüssel zur Psyche nicht gerecht.
  • 3. Versuch: „Die Lasten der eigenen Kindheit endlich hinter sich lassen“, „Mit der Kindheit abschließen“ oder ähnlich. Aber die meisten Menschen sind überzeugt eine gute Kindheit gehabt zu haben und vollkommen sicher, dass die gegenwärtigen Probleme ganz wenig damit zu tun haben. Auch wenn ich besseres weiß, folgen mir andere erst, nachdem sie mein Buch gelesen haben. Keiner wird es in die Hand nehmen, weil er sich nicht angesprochen fühlt.
  • 4. Soll ich über „Die Macht der unbewussten Psyche“ und die relative Ohnmacht des Bewusstseins einen Titel finden: „Das machtlose Bewusstsein“? Hier ergibt sich dasselbe Problem. Kaum einer weiß, wovon ich schreibe, weil die meisten noch immer vollkommen davon überzeugt sind, ihr eigenes Leben mit ihrem eigenen Bewusstsein fest in der Hand zu haben. Kaum einer weiß,  dass es nur eine Eigenschaft des Bewusstseins ist, sich selbst als führende Instanz zu sehen, aber wenig mit der tatsächlichen Macht innerhalb der menschlichen Psyche zu tun hat.
  • 5. Bleibt noch der Blick auf die die massiven Nachwirkungen unangenehmer Aspekte der eigenen Kindheit. „Die eigene Kindheit hinter sich lassen“ oder „Es ist nie zu spät, sich eine gute Kindheit zu erschaffen“ o. ä. Auch hier: Kaum einer ahnt, wie sehr er tatsächlich ein Produkt der eigenen Kindheit ist und wie wenig das ganze Wissen und Können eines Erwachsenen dagegen ausrichten kann. Erst nachdem die Leute das Buch gelesen haben, werden sie wissen, wie sehr sie es gebraucht haben.

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